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 Äppel-Hotline der IKF

 

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NussbaumBad Homburger Woche vom 10.9.2020

Bad Homburg (ad).
Jonagold sei kein Apfel. Zumindest trifft diese Sorte nicht die Geschmacksnerven von Werner Nussbaum, dem Pomologen. Der Experte für Obstbaumkunde führte die interessierte Öffentlichkeit auf die Kirdorfer Streuobstwiesen und informierte kenntnisreich über die alten Obstbaumsorten. Auf dem Kirdorfer Feld wechseln sich auf einer Fläche von rund 160 Hektar artenreiche Streuobstwiesen, extensiv genutzte Feucht- und Trockenwiesen und einige kleinere noch landwirtschaftlich genutzte Flächen ab. Die Stadt hatte die Kartierung des Kirdorfer Feldes in Auftrag gegeben, und so wurden im gesamten Stadtgebiet 7006 Bäume erfasst und insgesamt 230 verschiedenen Apfelsorten zugeordnet. Werner Nussbaum und sein Team spürten dabei seltene und erhaltenswerte Apfelsorten auf. Erfasst wurden außer den Obstarten die Sorten bei Apfel und Birnen sowie Alter und Pflegezustand der Bäume. Die Vielfalt erfreut die Biologen, und gegenüber anderen Kartierungen im Rhein-Main-Gebiet ist in Bad Homburg eine außerordentliche Biodiversität festzustellen.

Genetische Ressourcen

Streuobstwiesen mit alten lokalen Obstbaumsorten haben somit nicht nur für die historische Kulturlandschaft und Artenvielfalt eine hohe Relevanz, sondern tragen gleichzeitig zum Erhalt von genetischen Ressourcen bei. Ziel ist, die aktuell verfügbaren regionalen und lokalen Obstsorten in ihrer genetischen Vielfalt zu erhalten. Denn fast unmerklich verschwinden seit Jahrzehnten die Obstbäume aus Gärten und Wiesen. Mit ihnen verschwinden viele der alten Sorten, die von den Vorfahren genutzt, sorgsam gehütet und vermehrt wurden. Und mit ihnen gehen auch wertvolle Eigenschaften wie zum Beispiel Krankheitsresistenzen unwiederbringlich verloren. Die Spezialisierung des Handels auf einige wenige Standardsorten beschleunigt den Verlust der genetischen Vielfalt. Dies geht einher mit dem Verschwinden des selbstangebauten Obstes vom Speisezettel als eine Folge vereinheitlichter Supermarkt- Früchte. Wenn man sich vor Augen hält, dass Apfelbäume ungefähr 120 Jahre alt werden, kann sich leicht ausgemalt werden, wie sich das Kirdorfer Feld in nicht allzu langer Zukunft optisch von einer ganz anderen Seite darstellt. Denn die allermeisten Bäume auf dem Feld haben schon ein hohes Alter erreicht. Wer heute als Grundstücksbesitzer pflanzt, tut dies in dem sicheren Wissen, dass er dies für die nächste Generation tun wird. Denn bis ein Apfelbaum zum Vollertrag kommt, dauert es bis zu 35 Jahren. Ungefähr 3500 Flurstücke im Gebiet weisen auf die kleinteilige Parzellierung und die große Zahl an Grundstücksbesitzern hin. Die Grundstücksbesitzer des Kirdorfer Felds -die kleinteilige Parzellierung verweist auf über 1100 Grundstücksbesitzer- können daher einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten, indem die Endscheidung für Neuanpflanzungen auf "alte Sorten" fällt. Diese sind am besten bei Baumschulen zu erwerben. Aber diesen Beitrag können nicht nur die Grundstücksbesitzer des Kirdorfer Felds leisten, sondern jeder, der ein Grundstück sein Eigen nennt.

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