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MKBAD HOMBURG - Ehemaliger Grünen-OB Michael Korwisi feiert heute runden Geburtstag
VON ANKE HILLEBRECHT - Taunuszeitung vom 26.4.2022

Normalerweise packt Michael Korwisi und seine Frau Gabi zum 26. April das Fernweh. "Ich verreise sehr gerne", erklärt der Kirdorfer. Quasi als besonderes Geburtstagsgeschenk steuerte das Kirdorfer Paar gemeinsam mit dem Sohn Kristof (der einen Tag nach ihm Geburtstag hat) und dessen Frau meist eine der Bad Homburger Partnerstädte an - an seinem 60. war die Familie in Dubrovnik. Nicht so in den vergangenen zwei Jahren, wegen Corona, und auch dieses Jahr bleiben die Korwisis in Kirdorf. "Ich bin gerade Opa geworden", verrät der frühere Oberbürgermeister. Ein besonderes Geschenk zum runden Geburtstag: Heute wird Michael Korwisi 70.

Man trifft den Jubilar in diesen Tagen oft im Kirdorfer Feld an. Mit einem alten Traktor mit Anhänger ist er unterwegs, um Astbruch zusammenzutragen, Brombeerhecken zurückzuschneiden und die unter Naturschutz stehenden Streuobstwiesen in Schuss zu halten.

Korwisi war 2006 Gründungsmitglied der Interessengemeinschaft Kirdorfer Feld (IKF) und ist seither deren Zweiter Vorsitzender. "Es handelt sich um ein menschengemachtes Biotop, daher muss es auch unterhalten werden", erklärt er.

Es sind nicht viele Menschen an diesem Donnerstagvormittag im Feld unterwegs - ein paar Joggerinnen, ein Mann mit Hund. Hier grüßt man sich freundlich - oder man grüßt Korwisi. Vielen ist sein Gesicht noch aus langen Jahren in der Stadtpolitik vertraut. Heute hat er außer bei der IKF keine öffentliche Funktion mehr. "Der Rückzug ins Private ist vollkommen okay für mich", sagt er mit einem Lächeln.

Was nicht heißt, dass er nicht gern über die vergangenen Zeiten im Rathaus spricht. Beginnend mit dem Einzug der Grünen ins Stadtparlament 1981 - das gab es in Hessen sonst nur in Frankfurt und Kassel. 20 Jahre lang war der Kirdorfer in der Grünen-Fraktion aktiv, die er schließlich anführte, von 2001 bis 2006 dann als hauptamtlicher Stadtrat. "Wir waren die erste Stadt in Hessen mit einer schwarz-grünen Koalition", erinnert er sich.

Zur Politik hätte er viel zu sagen

Die habe gut funktioniert - und immerhin gut vier Jahre gehalten. Grüne und CDU hätten stets "gute Kompromisse gefunden - auch wenn manche Koalitionssitzung bis kurz vor Mitternacht dauerte". Doch viele in der CDU waren gegen diese ungewöhnliche Verbindung. "Am Ende hatten die Mehrheiten dort überhand genommen", so Korwisi.

2009 kandidierte er als unabhängiger Kandidat für die OB-Wahl und holte mit knapp 60 Prozent der Stimmen gegen Amtsinhaberin Dr. Ursula Jungherr (CDU) den Sieg. Er war damit der erste Nicht-CDU-Oberbürgermeister seit 1948 - und der erste in Bad Homburg geborene Rathauschef seit August Schleußner (Amtszeit: 1886 bis 1892). So lange regierte Korwisi allerdings nicht: 2015 unterlag er einem anderen Kirdorfer, dem amtierenden Alexander Hetjes, der den OB-Sessel für die CDU zurückeroberte. Zur heutigen Stadtpolitik äußert sich der 70-Jährige nicht. Niemand wolle gute Ratschläge von seinem Vorgänger, die habe er nicht bekommen und erteile sie auch nicht - auch wenn er zu vielen Dingen durchaus was zu sagen hätte. "Ich freue mich, dass jetzt viele Dinge, die ich angestoßen habe, realisiert werden", erklärt er schmunzelnd und blickt über die blühenden Apfelbäume zur Homburger "Skyline" mit den Kirchen, dem Weißen Turm und den wenigen Hochhäusern.

Es sind nicht gerade genuin grüne Vorhaben, die er aufzählt - das Kino am Bahnhof, die Bebauung von Vickers-Gelände und Hühnerstein, der Oberhof ("den wir gegen viele Widerstände gekauft haben"), die öffentliche Nutzung des Gustavsgartens, die Übernahme der Spielbank. Er wiederum habe die Sanierung des Bahnhofs und den Umbau der Bundeswertpapierverwaltung zum Technischen Rathaus entwickeln können, nachdem seine Vorgängerin beide Gebäude gekauft hatte.

Apropos Jungherr: Weil diese so sparsam gehaushaltet hatte, habe er die Stadt verschönern können. "Wir hatten damals 180 Millionen Euro auf der hohen Kante." Auch das Poesie-Festival hat er etabliert. Wenn er heute die Parlamentsdebatten zum Thema "flächendeckend Tempo 30" verfolgt, muss er an seine Zeit als Stadtverordneter denken. "Das haben wir Anfang der 1990er schon vorgeschlagen - da hieß es, so langsam könne man gar nicht fahren, da gehe das Auto kaputt", erzählt er lachend.

Als die Grünen im Rathaus 1981 die ersten Anträge ausdruckten, benutzten sie - natürlich - Umweltpapier. Korwisi sagt: "Das war damals noch ganz grau und grob; außer im Briefkopf ,Die Grünen' konnte man nichts lesen." Doch zurück zu den Städtepartnerschaften - sie zu beleben sei ihm in seiner OB-Zeit gut gelungen, findet Korwisi. Er war es auch, der die "Freundschaft" mit Lijiang in China ins Leben rief. Dorthin und ins russische Peterhof zieht es ihn aber zurzeit nicht.

Im Sommer wollen die Korwisis die Geburtstagsreise nachholen und in diversen Touren gleich mehrere Homburger Partnerstädte ansteuern:

Auf dem Programm der reisefreudigen Familie stehen Chur (Schweiz), Terracina (Italien), Dubrovnik (Kroatien) und Marienbad (Tschechien).

 

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VON ANKE HILLEBRECHT - Taunuszeitung vom 26.4.2022

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