
Die „Glück’s Stuben“ in Kirdorf konservieren die Gaststube aus seligen Zeiten und kredenzen auch Salzstangen im Senfglas.
Sie steckt in allen Ecken. Auch vier Jahre nach ihrem Tod wacht Marga – „Magga“ wie es hierzulande korrekt heißen muss – Schuy über ihre einzigartige Schankwirtschaft. Wenn Kirdorf ein Herz hat, schlägt es hier, unterm niedrigen Garagendach, vor dunkler Holzvertäfelung, im Schein der sanften „Asbach Uralt“-Thekenleuchte. Eine Verheißung, die sich „Glück’s Stuben“ nennt.
Es ist der rührigen Interessengemeinschaft Kirdorfer Feld (IKF) zu verdanken, dass dieses auf ehrwürdigen Holzdielen ruhende Refugium überlieferter Kneipenseligkeit in alter Gestalt weiterbesteht. Schon ein Jahr nach dem Ableben der sagenhaften Wirtin – Markenzeichen: helle Kittelschürze, dunkle Pagenfrisur – hat das Thekenteam der IKF die Arbeit wieder aufgenommen, das in sieben Jahrzehnten erprobte Konzept fortgeführt. Unter der Regie von Stefan Hardt arbeiten zwei Dutzend Kirdorfer ehrenamtlich und nach Dienstplan, öffnen zweimal pro Woche Tür und Zapfhahn. Von halb acht bis Mitternacht ist zu erleben, was wahre Lokalkultur ist.